Was für ein Erfolg! Nun hat es tatsächlich geklappt: Die Frauen der TSG Bruchsal sichern sich den Meistertitel in der Oberliga Baden. Bemerkenswert daran ist, dass das Team vom Alter her, bis auf zwei Ausnahmen, eher eine U21 ist.
Nach einer makellosen Hinrunde gingen es die Bruchsalerinnen in der Rückrunde etwas ruhiger an. Bereits im Vorfeld war klar kommuniziert worden, dass ein Aufstieg keine Option darstellt – dafür sind Potenzial und Interesse in Bruchsal aktuell nicht groß genug. Das schmälert den Erfolg jedoch keineswegs. Im Gegenteil: So kann leistungsorientierter Basketball auf gutem Niveau mit vielen Eigengewächsen aus der eigenen Jugend betrieben werden.
In der Rückrunde mussten drei Niederlagen hingenommen werden – vor allem bedingt durch personelle Ausfälle. So fehlten in unterschiedlichen Spielen immer mal wieder eine oder mehrere Schlüsselspielerinnen. So z. B. Kapitänin und energetischem Dreh- und Angelpunkt Karolina Sperling, aber auch die erfahrene Dawn Rood, die parallel als Jugendtrainerin im Einsatz war, wichtige Stützen des Teams. Hinzu kamen verletzungsbedingte Ausfälle von Charlotte Kugelberg, die sich zunehmend zum athletischen Anker unter dem Korb entwickelte, sowie von Smilla Bräutigam, die als eigentliche U16-Spielerin eine herausragende erste Saison absolvierte. Auch Topscorerin Rika Windgasse stand in dieser Phase häufiger ihren Mannschaften in Stuttgart zur Verfügung.
Abgesehen davon spielten die TSG-Frauen eine herausragende Saison und waren am Ende auch wieder alle beisammen. Mit 22 Spielen und 19 Siegen – vier mehr als im Vorjahr – wurde eine beeindruckende Bilanz erreicht. Die Offensivleistung wurde im Schnitt um 6,2 Punkte gesteigert, was den zweitbesten Angriff der Liga bedeutete. Defensiv setzte das Team sogar Maßstäbe: 9,6 Punkte weniger pro Spiel als in der Vorsaison und damit die beste Verteidigung der Liga. Die nächstbeste Defensive ließ im Schnitt über fünf Punkte mehr zu. Gegen Bruchsal zu spielen, war für die Konkurrenz alles andere als angenehm – das Team überzeugte mit Tempo, Einsatz und großem Kampfgeist.
Auch individuell gab es viele positive Entwicklungen: Alexandra Teslevici etablierte sich als starke Verteidigerin und konnte gegnerische Schlüsselspielerinnen zunehmend effektiv ausschalten. Die Dreipunktquote wurde im Vergleich zur Vorsaison mehr als verdoppelt – allein 27 Treffer, die Hälfte aller Bruchsaler Dreier, gingen auf das Konto von Saskia Windgasse.
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg war zudem die gelungene Integration weiterer Spielerinnen. Ylva Hirsch, zuvor bereits im Kader, erspielte sich mit 20 Einsätzen einen festen Platz in der Rotation und entwickelte sich zur vielseitigen Allrounderin. Elisa Kluß fand immer besser in ihre Rolle als große Spielerin und setzte ihre Stärken auf der linken Seite konsequent ein. Elli Kaiser unterstützte regelmäßig die zweite Mannschaft und sorgte auf beiden Seiten für Stabilität – sie wird das Team leider studienbedingt verlassen. Nach einer beruflichen Pause kehrte Jessica Specht zurück und fand zunehmend wieder zu ihrer Form. Frische Impulse brachten Olivia Kallinich und Sarah Ayas aus der zweiten Mannschaft ein. Während der Saison verabschiedeten sich hingegen Zeynep Karadag aus persönlichen Gründen sowie studienbedingt Vivian Kracker und Anabel Heß.
Insbesondere in den letzten Spielen zeigten die TSG-Frauen ihre Stärken. Gegen Ettlingen lief der Angriff mühelos flüssig und war schön anzusehen und beim Meisterstück am letzten Spieltag in Sinsheim, setzte die Verteidigung die Gastgeberinnen so unter Druck, dass am Willen, den Meistertitel nach Bruchsal zu holen, nichts zu deuteln war.
Das Trainerteam um Steven Ojoo und Detlef Windgasse zeigt sich mit der – vor der Saison so nicht erwarteten – Meisterschaft mehr als zufrieden. Nach einer kurzen Pause im April richtet sich der Blick ab Mai bereits wieder nach vorne. Für die kommende Saison hofft man auf weitere Verstärkungen – sowohl von außerhalb als auch aus der eigenen Jugend. Aktuell reicht das Potenzial jedoch nicht aus, um auch eine zweite Frauenmannschaft zu stellen.
Ein großer Erfolg für die Meisterspielerinnen der TSG Bruchsal: Sara Ayas (2 Spiele/ 14 Punkte), Smilla Bräutigam (13/143), Anabel Heß (3/13), Ylva Hirsch (20/100), Elli Kaiser (19/37), Olivia Kallinich (6/44), Zeynep Karadag (8/4), Elisa Kluß (13/19), Vivian Kracker (2/27), Charlotte Kugelberg (16/118), Dawn Rood (15/144), Jessica Specht (5/7), Karolina Sperling (20/257), Alexandra Teslevici (19/127), Rika Windgasse (15/305) und Saskia Windgasse (21/174). Head Coach Steven Ojoo, Assistant Coach Detlef Windgasse.

